Tolle Knolle- Kartoffel
Der Ursprung der heute bekannten Kartoffelsorten
lag in vielen oft nur haselnussgroßen Wildsorten, die vor mehr als 4000
Jahren in den Anden von den Ureinwohnern Südamerikas als essbar entdeckt,
ausgelesen und weitergezüchtet wurden. Noch heute kann man in Peru viele
verschiedene Hof- und Familiensorten “Papas”, wie dort die Kartoffeln genannt
werden, finden. So bringen die verschiedenen Bodenbeschaffenheiten, das Klima,
sowie die Züchtungen noch immer viele Geschmacksvarianten hervor.
Als Zierpflanze in fürstlichen Gärten
waren die hübschen Blüten im 16 Jahrhundert vor allem in Frankreich und
Deutschland beliebt. Spanische Eroberer hatten die Kartoffel 1537 im Andendorf
Sorocota entdeckt und als Proviant nach Spanien mitgebracht.
Dort wurde die Knolle dann auch erstmals angebaut. Im 17. Jahrhundert wurden
Kartoffeln auch an den europäischen Höfen als kulinarische Kostbarkeit und
Delikatesse gefeiert.
Zum Grundnahrungsmittel
wurde die Kartoffel schließlich durch eine Anordnung von Friedrich den
Großen, der im 18. Jahrhundert den großen Nutzen der Frucht erkannte und den
Kartoffelanbau in Preußen befahl. So begann die Entwicklung zum wichtigsten
Grundnahrungsmittel Deutschlands.
75 % der Sortenvielfalt ging verloren
als die Pflanzenzüchtung im 19. Und 20. Jahrhundert immer mehr den Bauern
von spezialisierten Züchtern abgenommen wurde. So hat unser Leistungsdenken
unzählige Sorten bei Gemüse und Getreide geopfert, um wenige Sorten mit hohen
Erträgen und besonders technischen Qualitäten in großen Mengen anzubauen.
Doch was passiert, wenn Krautfäule oder Viren ganze Sortenbestände befallen?
Ähnliches ist in diesem Jahr mit Dill geschehen. In große Gärtnereien waren
ganze Bestände ausgefallen und noch vorhandene Dillbestände wurden “Gold” wert.
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Doch es gibt noch Züchter und Kleingärtner
mit Herz für Sortenvielfalt. Testen Sie sich selbst- welche Sorten kennen
sie? Oder unterscheiden sie nur mehlig, fest kochend, vorwiegend festkochend?
Die deutschen Sorten Sieglinde, Ackersegen und Bamberger Hörnchen sind noch am
ehesten bekannt. Doch wie wäre es einmal den Besuch mit dem “Hermanns Blaue”,
einer mittelfrühen Sorte, festkochend, mit blauen Fleisch zu überraschen. Oder
servieren sie doch den “Reichskanzler” eine mehligkochende Sorte mit weißem
Fleisch und rosa Schale. Unter Feinschmeckern beliebt ist auch die
“Mandelkartoffel”, eine vorwiegend festkochende Sorte aus Lappland (Finnland)
mit gelbem Fleisch.
Kartoffeln schmecken nicht
nur gut und lassen sich vielfach zubereiten, sie bieten:
-
hochwertiges Eiweiß
-
lebensnotwendiges Vitamin C,
-
wertvolle Ballaststoffe
-
einen hohen Mineralstoffgehalt
-
besonders hervorzuheben hier Kalium und Magnesium
-
wenig Fett und Kalorien
Keime und einzelne grüne Stellen bei Kartoffeln können vor der
Zubereitung großzügig ausgeschnitten werden. Sind große Stellen oder die ganze
Kartoffel grün, sollte sie weggeworfen werden.
Bringen sie Abwechslung auf
ihren Tisch und fördern sie damit die Sortenvielfalt durch den Kauf dieser
Sorten. Da sie oft weniger Ertrag bringen und meist biologisch angebaut werden,
sind sie etwas teurer, aber der Geschmack wird sie überzeugen.
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Rezepttipp:
Erzgebirgischer Kartoffelkuchen
500 g Weizenvollkornmehl
30 g Hefe frisch
2-3 EL Honig
50 g Markenbutter zimmerwarm
¼ l warme Milch
5 g Salz
abgeriebene Zitronenschale unbehandelt
100 g gekochte Kartoffeln vom
Vortag
80 g zerlassene Markenbutter
80 g Rohrohrzucker
Erwärmen sie die Milch auf
Körpertemperatur und geben die Hefe zerkleinert, sowie den Honig dazu.
Das ganze an einem warmen Ort ¼ h gehen lassen. Nun die Hefemilch mit dem Mehl
gründlich
verkneten, 50g zimmerwarme Markenbutter, Salz, Zitronenschale und bei Bedarf
auch noch Vanille
einarbeiten, bis ein glatter Teig entsteht. Eventuell noch etwas Milch oder Mehl
zugeben.
Den Teig an einem warmen Ort (nicht über 40 °C) ½ h gehen lassen.
Zum Schluss die gekochten Kartoffeln reiben und unterkneten. Den Teig auf dem
Backblech ausrollen, die zerlassene Butter und den Zucker darauf verteilen.
20-30 Minuten bei 200 °C Ober-/ Unterhitze backen.
Guten Appetit!
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