Frauenmantel- Himmelstau der Alchimisten
Die Markant für den Frauenmantel
sind die Blätter, die ihm auch den Namen gaben. Die jungen Blätter sind
dicht zusammengefaltet und erinnern an eine Pelerine. Der lateinische Name
“Alchemilla” führt wohl auf eine Ableitung des arabischem “alchymie” zurück. Vom
4.-17. Jh suchten Alchimisten (Vorgänger der Chemiker) nach neuen Stoffen,
Metallen, Farben und Heilmittel.
Himmelstau
war ein seltener und gefragter Zusatz für verschiedene Mischungen der
Alchimisten. Der natürliche “Himmelstau” sitzt wie eine schimmernde Perle in der
trichterartigen Vertiefung des gelappten Frauenmantelblattes. Es handelt sich
hier nicht um einen Regen- oder Tautropfen! Die Pflanze drückt überschüssiges
Wasser mittels osmotischen Wurzeldruck aus den Spalten um die runde Blattspreite
heraus. Dieses Wasser rinnt in kleinen Tröpfchen über die Vertiefung zur
Blattmitte und bildet dort einen großen Tropfen. Von diesem Wunderwasser
erwartete man übernatürliche Macht.
Im Trank der ewigen Jugend,
der den Menschen ewig jung erhalten sollte, setzten die Alchimisten den
Himmelstau zu.
Heute ist Frauenmantel
wohl den meisten vor allem als große Zuchtform in der Floristik bekannt. Die
dekorativen Blätter, sowie die leicht wirkenden, kleinen, zarten, gelbgrünen
Blüten, lockern so manchen Frühsommerstrauß auf. Es gibt wohl über 1000
verschiedene Frauenmantelarten. Je nach Standort kann man mehr oder weniger
behaarte, halbkreisrunde oder eher dreieckig zulaufende Blätter finden.
Botanisch gesehen ist der Frauenmantel ein Rosengewächs, also mit den edlen,
farbigen Rosen verwandt, obwohl er so unscheinbar wirkt.
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Verwendung findet der Frauenmantel
aber auch in der Naturküche, Kosmetik und Heilkunde. Die Pflanze enthält vor
allem blutstillende und zusammenziehende Wirkstoffe. Er wird zur Beruhigung
einer Entzündung, Nasenbluten, bei Frauenleiden sowie zur Wundheilung
eingesetzt. Herkömmlicher Frauenmantel ist auf Wiesen und an Waldrändern in
Europa und Sibirien zu finden. Er liebt halbsonnige Plätze und humose Erde.
Sammel- und Erntezeit ist Mai bis September. Verwendet werden Blätter und
Blüten.
Warnung: Frauenmantel darf nicht in der Schwangerschaft und Darmverstopfung
verwendet werden!
Natürliche Hilfe
Bekannt ist, das Frauenmantel über Gerbsäure, Salycylsäure, Saponine,
Bitterstoffe, Phytosterine und ätherische Öle verfügt. Klinische Tests zur
Wirkung fehlen jedoch noch. Die Volksmedizin verwendet Frauenmantel jedoch schon
sehr lange bei Akne, Durchfall, Eiterungen, Klimakterische Beschwerden, trockene
Haut, verdorbenem Magen, Menstruationsbeschwerden, Mund- u. Rachenentzündung,
Weißfluss, Wundmittel. Mittelalterliche Kochbücher verweisen viele
Anwendungsmöglichkeiten für Frauenmantel. Auch bei Hildegard von Bingen findet
man Empfehlungen für dieses Kraut. In erster Linie wurde das Kraut, wie man an
den volkstümlichen Bezeichnungen ”Frauenhilf, Weiberkittel, Frauenrock,
Marienmantel...” erkennen kann, als Frauenmittel. Im Mittelalter glaubte man
sogar, das ein Bad in Frauenmanteltee verloren gegangene Jungfräulichkeit
wiederherstellen könnte. Nun dies darf bezweifelt werden, dennoch ein Bad in
Frauenmanteltee ist sehr wohltuend. Es lohnt es sich Frauenmantel auch als Tee,
Kosmetika oder in Suppen oder Salat zu entdecken.
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Rezept- Tipps:
Frauenmantel- Tee
Die Pflanze
wird als Tee bei Muskel und Gliederschmerzen und bei Frauenleiden (auch als
warme Bauchkompresse) verwendet.
Frauenmantel (Blätter u. Blüten), Brennnessel,
Scharfgarbe
zu gleichen Teilen
Rechnen sie ca. 2 TL frisches oder
1 TL getrocknetes Kraut pro Tasse.
Giesen sie die gewünschte Menge mit heißem Wasser auf und lassen das ganze 10
Minuten ziehen. Abseihen,
2-3 Tassen vor den Mahlzeiten trinken.
Gurgelwasser
Zum
Gurgeln setzt man Frauenmantel bei schlecht heilenden Wunden z.B. nach einer
Zahnentfernung ein.
50g auf ½ l Wasser
geben und dann 2 min kochen. 10 min ziehen lassen und nach dem Abkühlen
absieben. 10 Minuten Gurgeln!
Salat aus Gemeinem Frauenmantel
(1 Portion) 2 Hand voll frische Frauenmantelblätter,
1 EL Zwiebellauch o. fein geschnittene Zwiebel, 1 EL Senf,
1 EL Joghurt o. Sahne,
nach Belieben etwas Salz
Die Frauenmantelblätter waschen, die festen Stiele entfernen. Blätter 1 min in
kochendem Wasser blanchieren, abkühlen und danach mit dem Messer zerschneiden.
Klein gehacktes Zwiebellauch und Senf mit Joghurt oder Sahne vermischen,
eventuell noch etwas Zitrone hinzufügen.
Bei Bedarf salzen.
Guten Appetit!
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