"Heiliger Baum"
Holunder
- duftige Blüten zum Heilen und Genießen!
Heiliger Baum
so wurde Holunder im Mittelalter genannt. Das umhacken eines Holunders galt
damals sicherer Tod. Holunder gehörte in jeden Hausgarten. Hippokrates empfahl
Holunder gern als gynäkologisches und harntreibendes Mittel. Die Blätter wurden
als Umschläge bei Geschwüren und Entzündungen verwendet und ein aus den Wurzeln
gewonnener Wein sollte gegen Wassersucht und Schlangenbisse helfen. Frauen
benutzen die schwarzen Beeren zum Haare färben. Bei Steinzeit- Ausgrabungen in
der Schweiz wurden sogar in Speiseresten Holundersamen nachgewiesen. Also wurden
bereits sehr früh die Genüsse von Holunder genutzt.
Verschiedene Sorten
sorgen dafür, das bereits ab Ende März bis Ende Juli die herrlich duftenden
Fliederverwandten blühen. So warten die einen mit großen Blütenschirmen und
andere mit kleineren Traubenförmigen Blütendolden in weiß bis hin zu einem
blassen rosa auf. Auch die Blätter variieren zwischen einfach grün bis zu
bronzefarben. Auch gelbfarbene oder filigran eingeschnittene Blätter gibt es
inzwischen als interessante Varianten.
Inhaltsstoffe
Die weißen Blütendolden des Fliederstrauches oder Hollerbusch, wie man den
Holunder auch bezeichnet, enthalten schweißtreibende Glykoside, ätherisches Öl,
Rutin, Cholin, Fruchtsäuren, Gerbstoffe und viel Vitamin C. Um in den Genuss der
Inhaltsstoffe, sowie den herrlichen Duft und Geschmack der Hollerblüten zu
kommen, sollten sie ausgereift, also dick mit Blütenstaub behangen geerntet
werden.
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Verwendung
in der Volksmedizin
-
Tee aus den Blättern wird zur Förderung der
Nierenfunktion und zur Blutreinigung empfohlen.
-
Die Holunderblüten als Tee fördern die Abwehrkräfte
bei Erkältungskrankheiten, sie wirken schweißtreibend.
-
Holunderblüten fördern die Nierentätigkeit,
verringern Wasseransammlungen, lindern Gicht, Arthritis, lindern Angst und
Depressionen.
-
Äußerlich hilft ein Holunderblüten- Aufguss oder-
Salbe gegen Schnittverletzungen, Wunden, Frostbeulen, Ausschläge, Sonnenbrand.
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Rezepte
Holunder- Zucker
-
trocknen sie ausgereifte Holunderblüten bei
trockenem Wetter an einem schattigem Platz oder im Backofen 1 Stunde bei 50 °C
Umluft. Auch ein Dörrgerät eignet sich hierfür gut.
Mischen sie die getrockneten, zerriebenen Holunderblüten 1:1 mit Puderzucker. So
kann der Blütenzucker in einem fest verschlossenem Gefäß aufbewahrt werden.
Besonders Süßspeisen, Pfannkuchen oder Obstkuchen lässt sich damit verfeinern.
Holunder- Milch
Holunder- Sirup
-
Füllen sie ausgereifte Blütendolden in ein Glas
(z.B. Marmeladen- oder Gurken- Schraubglas oder ein schönes Apothekerglas) bis
obenhin. Füllen sie das Glas mit Wasser auf, dabei sollten alle Blüten bedeckt
sein, da sie sonst unansehnlich braun werden. Stellen sie nun das Glas
verschlossen an einen sonnig hellen, warmen Ort. Am besten an ein sonniges
Fenster. Mindestens 24 h ziehen lassen. Dann alles durch ein Leinentuch/
Wischtuch filtern. Dabei die Blüten im Tuch kräftig auspressen. Nun das gewonnen
Blütenwasser je nach Menge im Verhältnis 1l Blütenwasser mit 1,25 kg Zucker und
20g Zitronensäure (aus der Apotheke) vermischen und nochmals mindesten 3 Tage an
einem hellen, warmen Ort ziehen lassen. Zwischendurch immer wieder Mal rühren,
damit sich der Zucker besser auflöst. Anschließend in Schraubflaschen oder
Gläser füllen. Mindestens 6 Monate haltbar.
Mit diesem Sirup können sie Süßspeisen, Tee oder Mineralwasser quasi mit
Holunderblütenduft parfürmieren.
! Bitte pflücken sie
Holunderblüten nicht in der nähe von Strassen, die Abgase wollen sie sicher
nicht mitverzehren. Häufig gibt es Holunder an Bahndämmen und Wald- oder
Feldrändern.
Nun wäre es nicht gut so eine nützliche, genügsame
Pflanze im eigenen Garten zu haben?
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